Pit Thul – Künstler, Fotograf und Designer aus Stuttgart

 

 

 "Die Natur ist für mich weit mehr als ein Motiv. Jede Begegnung mit einem Schmetterling, einer Stabschrecke oder einem Käfer ist zugleich Begegnung mit einem einzigartigen Lebewesen. Meine Arbeiten erzählen von Stille, Verwandlung, Leichtigkeit und dem Respekt vor dem Leben".

 

 

Seit über 25 Jahren verbinde ich Kunst, Fotografie und die faszinierende Welt der Schmetterlinge und andere Insekten.

Meine Welt sind die Insekten

 

Schmetterlinge, Gespensterschrecken und Stabschrecken (Phasmiden), Käfer, Ameisen, Schnaken und all die oft übersehenen oder ignorierten kleinen Lebewesen sind die Protagonisten meiner Arbeit. Ich setze sie in Szene, um ihre faszinierende Schönheit einem breiten Publikum visuell zugänglich und verständlich zu machen.

Dabei geht es mir nicht um rein wissenschaftliche Dokumentation. Im Mittelpunkt stehen die Ästhetik dieser Tiere, ihre außergewöhnlichen Farben und Formen und oft auch ihre erstaunlichen Fähigkeiten, die unseren eigenen in vieler Hinsicht überlegen sind.

 

 

"Ich porträtiere keine Arten – ich begegne Individuen".

- Pit Thul

 

 

Jedes Lebewesen besitzt seinen eigenen Ausdruck, seinen eigenen Charakter und seine eigene Geschichte. Genau diese Einzigartigkeit sichtbar zu machen, ist der Kern meiner künstlerischen Arbeit. Es ist die genau die Würde, die normalerweise nur einem Menschen zugestanden wird.

 

Wer sich intensiver mit Insekten beschäftigt, verspürt oft schon bald eine besondere Faszination und emotionale Bindung. Aus einem einzelnen Geschöpf wird plötzlich ein Individuum, das man mit völlig anderen Augen betrachtet und zunehmend wertzuschätzen lernt.

Der Wendepunkt, oder wie alles begann

Im Jahr 1995 erhielt ich eine historische Schmetterlingssammlung mit rund zweihundert präparierten Exemplaren als Geschenk. Damals arbeitete ich als selbstständiger Fotodesigner und Lichtbildner in den Bereichen Industrie, - Architektur und Stillife- Fotografie mit eigenem Studio in Stuttgart.

Diese Sammlung weckte meine Faszination für die außergewöhnliche Formen- und Farbenvielfalt der Insekten und wurde zum Ausgangspunkt einer intensiven Auseinandersetzung mit ihrer Welt.

Mit den Jahren veränderte sich jedoch mein Blick. Aus dem Wunsch, Insekten möglichst authentisch und gefühlvoll, ihnen die Möglichkeit zu geben ihre Persönlichkeit und ihren Charakter zu offenbaren, entstand das Bedürfnis, ihnen nur noch als lebende Wesen vor der Kamera zu begegnen.

Heute arbeite ich ausschließlich mit lebenden Insekten. Ihr Ausdruck, ihr Verhalten und ihre Individualität lassen sich durch kein präpariertes Exemplar ersetzen. Gerade diese unmittelbare Begegnung bildet den Ursprung meiner Fotografien und meiner künstlerischen Arbeiten.

 

Ein kleiner, spontaner Querschnitt meiner Akteure und Besucher im Atelier und im angrenzenden Garten. Auch der Fuchs schaut gelegentlich bei meiner Arbeit vorbei.

Und einer meiner sechsbeinigen Assistenten: Die Pfefferschrecke (Peruphasma schultei) ist im Atelier fast immer dabei.

Kunst, die aus echter Begegnung entsteht

 

Wir arbeiten zusammen

 

 

Meine Bilder entstehen nicht mit präparierten oder der Natur entrissenen Insekten. 

Meine tierischen Modelle werden von mir sehr vorsichtig und sensibel professionell ausgeleuchtet und in Szene gesetzt. Das ist technisch oft anspruchsvoll, denn ein lebendes Insekt folgt keiner Regieanweisung. Ich bilde mit ihm für einen kurzen Moment eine symbiotische Einheit.

 

Wir nehmen uns gemeinsam viel Zeit – und das Shooting endet, bevor es für das Tier zu Stress wird.

 

Viele meiner Insekten leben bei mir im Atelier in weitgehender Freiheit. Sie werden täglich mit größtmöglicher Sorgfalt gepflegt und versorgt und können sich dort in einer möglichst natürlichen Umgebung entwickeln.

Seit vielen Jahren, im Sommer und Winter, erlebe und begleite ich die verschiedenen Entwicklungsstufen meiner sechsbeinigen Mitbewohner im Atelier unmittelbar. 

Dies gilt ebenso für die Schmetterlinge. Im Sommer haben sie ihr Habitat in meinem Gewächshaus und können dort ihre vollkommene Metamorphose ungestört durchleben.

 

Meine sechsbeinigen Modelle – künstlerische Porträts lebender Phasmiden

Die Metamorphose – ein Wunder der Natur

 

Ich darf es immer wieder miterleben

 

 

Die Verwandlung (Holometabolie) eines Schmetterlings gehört für mich zu einem der größten Wunder der Natur.

 

Einige Schmetterlinge schlüpfen direkt in meinem Atelier. Die Puppen stammen unter anderem aus Schmetterlingshäusern, mit denen ich zusammenarbeite. Manche Arten werden in familiären Zuchten in Costa Rica und anderen südamerikanischen Ländern behütet und liebevoll aufgezogen.

Die Zusammenarbeit mit Schmetterlingshäusern und Züchtern aus verschiedenen Teilen der Welt ermöglicht mir seit vielen Jahren einzigartige Einblicke in das Leben dieser großartigen Wesen. Der internationale Austausch innerhalb der IABES  (International Association of Butterfly Exhibitors and Suppliers) bereichert meine Arbeit ebenso wie meine künstlerische Sicht auf die Natur.

 

Aus einem winzigen Ei entsteht eine Raupe. Die Raupe wächst, verpuppt sich – und schließlich entfaltet sich ein vollkommen verwandeltes Wesen.

 

 

 

Die vollkommene Metamorphose des Himmelsfalters (Morpho peleides) – vom Ei bis zum Schmetterling

Der ausgewachsene Himmelsfalter in seiner vollen Schönheit

Wenn Natur zu Kunst wird

 

Aus Begegnungen entstehen Bilder. Aus Bildern entsteht Verbundenheit.

 

 

Die intensive blaue Farbe des Himmelsfalters entsteht durch die mikroskopisch feine Struktur seiner Flügelschuppen, die das Licht auf besondere Weise reflektiert. Gerade dieses Zusammenspiel aus Natur und Licht beeindruckt mich seit vielen Jahren. In meinen Arbeiten wird der Schmetterling nicht zum dekorativen Objekt, sondern zum Porträt eines einzigartigen Lebewesens.

 

 

Die Metamorphose berührt mich nicht nur als biologischer Vorgang, sondern als Sinnbild des Lebens. Aus einer unscheinbaren Raupe entsteht ein Wesen von überraschender Schönheit. Eine letztendlich

zurückgelassene Puppenhülle erzählt von diesem stillen Wunder – von Veränderung, Entwicklung und dem Mut, etwas völlig Neues entstehen zu lassen. Mit diesem Werk möchte ich genau diesen flüchtigen Augenblick sichtbar machen.

 

 

Nicht jede Schönheit möchte bewundert werden. Manche möchte einfach nur entdeckt werden.

 

"Whispers of Blue" erzählt von den leisen Farben der Natur, von ersten Frühlingstagen und von Schmetterlingen, deren Schönheit sich erst dem geduldigen Blick offenbart. Für mich sind diese kleinen Bläulinge Sinnbilder für Achtsamkeit – sie erinnern daran, wie viel Wunderbares wir übersehen, wenn wir zu schnell durchs Leben gehen.

 

 

 

Jeder Mensch trägt einen Ort in sich, an dem Zeit, Raum und Logik ihre Bedeutung verlieren. Einen Ort der Erinnerung, der Sehnsucht und der leisen Hoffnung.

Schmetterlinge begleiten mich seit vielen Jahren als Sinnbilder von Freiheit, Veränderung, Leichtigkeit und Wiedergeburt. In diesem Werk verlassen sie die Grenzen der Wirklichkeit und werden zu Wegbegleitern auf einer Reise nach innen.

Die Brücke, die Wolken, das Maßband und der Elefant erzählen keine fertige Geschichte. Sie laden dazu ein, die eigene zu entdecken. Vielleicht führt jede Reise am Ende genau dorthin, wo wir schon immer hingehört haben.

 

 

 

Nicht jede Arbeit beginnt mit einer Idee. Manche beginnen mit einem Lächeln.

Ich liebe die spielerische Freiheit, scheinbar Unvereinbares miteinander zu verbinden. Schmetterlinge, Pilze, Blüten, Früchte und kleine Fundstücke aus der Natur treten in einen Dialog und erzählen Geschichten, die erst im Kopf des Betrachters entstehen.

Für mich darf Kunst nicht nur zum Nachdenken anregen. Sie darf überraschen, schmunzeln lassen und die Fantasie wecken.

 

Was ich mit meiner Kunst erreichen möchte:

"Die Natur braucht keine Künstler. Aber vielleicht braucht sie Menschen, die ihre Schönheit sichtbar machen und ihre Verletzlichkeit in Erinnerung rufen. Wenn meine Arbeiten dazu beitragen, mit etwas mehr Aufmerksamkeit und Respekt auf das Lebendige zu blicken, haben sie ihren Sinn erfüllt".

Hinter jeder Arbeit stehen viele Stunden der Beobachtung, Geduld und künstlerischen Gestaltung. Ich freue mich, wenn meine Bilder Menschen berühren – und bitte darum, ihre

urheberrechtliche Schutzwürdigkeit zu respektieren.

Alle auf dieser Website gezeigten Arbeiten sind urheberrechtlich geschützt.

 ATELIER ARTHUL

Pit Thul 

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